das glück der kleinen dinge

ein wort
das sich einfindet
auf meinem finger rastet
gedankenlang

Gabriele Pflug

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sommerbild

glut rollt in senken, an ufern
brennt wüstenfarbig durst

die haut der bäume liegt wund im sonnenwind

hörst du das wasserwort?
nachts perlt es
in deinen träumen aus dunst

Gabriele Pflug

im garten meiner großmutter

weißblau waren die lichter der lupinen
an südseitige mauer gelehnt
sanft schlug die zeit den putz vom geborgensein

großmutters hände säten den geruch von erde
und gefaltet bei jedem kirchengeläut
sagte sie: bald kommt einer und fährt
mit gedengelter sense durchs krautige krummet

dazwischen ein lächeln für meine träume
vom großwerden und sein: du tschapperl

heute wohnt hinterm zaun der rosmarin
und die großmutter ist vielleicht
eine wild wachsende nachtviole
deren duft meinen schlaf flutet

du hast so leicht in der schwere gewohnt
und manchmal weine ich, großmutter
um deiner hände warme heimat

Gabriele Pflug

mohngesang

über dem brachland leuchtet mohn
in alle richtungen lodern seine verse

der wind öffnet die kapseln
verschlüsselter botschaften

im roten schatten heilen meine wunden
und es träumt sich leicht
unter dem geflüsterten wort

Gabriele Pflug